lingvo.wikisort.org - Forscher

Search / Calendar

Andreas Sennert (* 7. Juni 1606 in Wittenberg;[1] † 21. Dezember 1689 ebenda) war ein deutscher Orientalist, Lexikograf und Bibliothekar.

Andreas Sennert
Andreas Sennert

Leben


Andreas Sennert war der Sohn des Arztes Daniel Sennert (1572–1637). Er studierte an der Universität Wittenberg, an der Universität Leipzig, bei Johann Gerhard an der Universität Jena und 1636 bei Johann Schmidt an der Universität Straßburg. Seine Studien setzte er an der Universität Leiden bei Jacob Golius (1596–1667) fort, von dem er die arabische Sprache erlernte und selbst eine gute Methode entwickelte, dieselbe zu vermitteln. Zurückgekehrt nach Wittenberg, wurde er 1638 außerordentlicher Professor der Philosophie und 1640 als Nachfolger von Jakob Weller ordentlicher Professor der hebräische Sprache und Orientalistik.

In jener langjährigen Tätigkeit, aber auch als Historiker zur Geschichte der Wittenberger Hochschule, erwarb er sich um die philosophische Fakultät und dadurch mittelbar auch um die Hochschule viel Anerkennung. Sennert, der 1668 auch Senior der Wittenberger Akademie wurde, beteiligte sich an den organisatorischen Aufgaben der Alma Mater. Er war mehrfach Dekan der philosophischen Fakultät und im Wintersemester 1648 Prorektor der Universität Wittenberg. In den Sommersemestern 1664 und 1688 Rektor dieser Universität. In seiner Eigenschaft als Bibliothekar der Wittenberger Hochschule erwarb er sich durch die Herausgabe eines Verzeichnisses der Universität viel Anerkennung.

Er wurde am 26. Dezember 1689 in der Wittenberger Schlosskirche begraben, wo man ihm ein Epitaph errichtete.[2]


Wirken


Sennert, der fast ein halbes Jahrhundert lang den Wittenberger Lehrstuhl für Orientalist prägte, legte besonderen Wert auf die Erlernung der arabischen Sprache. Er wollte damit Theologen, Ärzten, Mathematikern und Philosophen die unentbehrlichen Schriften und Erfindungen der arabischen Welt zugänglich machen. In seinen Hauptwerken der Hypotyposis harmonica linguarum Orientalium und der Grammatica orientalis behandelte er synoptisch die verschiedenen semitischen Sprachen und Dialekte. In den Werken referenzierte er nacheinander die hebräische Sprache, die Chaldäische Sprache, die syrische Sprache, die arabische Sprache, die Targume und den Talmud, unter Beifügung entsprechender Wörterverzeichnisse.

Besonders bei der hebräischen Sprache beschäftigte er sich mit den Vokalen und Akzenten. Dabei überschritt er die damals vorherrschenden Auslegungen und entwickelte diese langzeitlich anerkannt weiter. Als Bibliothekar der Wittenberger Hochschule war er jahrelang verantwortlich für den Ankauf von Büchern und übte damit einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Gestaltung des Studienbetriebs an der Leucorea aus. Durchaus bemerkenswert ist auch, dass es von Andreas Sennert Stammbucheintragungen gibt. Zudem existiert eine Vielzahl von Dissertationen, die im Kontext seiner Hochschultätigkeit entstanden.


Familie


Sennert war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er am 5. Februar 1639 in Delitzsch mit Maria (* 18. Dezember 1615 in Delitzsch; † 26. Januar 1661 in Wittenberg), der Tochter des Notars, Rechtsanwalts und Bürgermeister in Delitzsch Johann Franz († 29. Januar 1639) und dessen Frau Maria, der Tochter des kurfürstlich sächsischen Amtsschössers in Delitzsch Georg Grosmann. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

Nach dem Tod seiner ersten Frau schloss Sennert am 13. Mai 1662 in Wittenberg mit Dorothea, der Tochter des Christoph Notnagel, seine zweite Ehe. Aus dieser Ehe ist eine Tochter bekannt:

Nach seinem Tod heiratete seine Witwe Johann Karl Naeve.[4]


Veröffentlichungen


Handschriftliche Hinterlassenschaften

Herausgeberschaften


Literatur





Einzelnachweise


  1. Kirchenbuch Wittenberg
  2. Friedrich B. Bellmann, Marie Luise Harksen, Roland Werner: Die Denkmale der Lutherstadt Wittenberg. Böhlau, 1979, S. 106.
  3. Fritz Roth: Restlose Auswertungen von Leichenpredigten für genealogische und kulturhistorische Zwecke. Band 5, S. 504, R 4989
  4. Kirchenbücher Wittenberg
Personendaten
NAME Sennert, Andreas
ALTERNATIVNAMEN Sennertus
KURZBESCHREIBUNG deutscher Orientalist, Lexikograf und Bibliothekar
GEBURTSDATUM 7. Juni 1606
GEBURTSORT Wittenberg
STERBEDATUM 21. Dezember 1689
STERBEORT Wittenberg



Текст в блоке "Читать" взят с сайта "Википедия" и доступен по лицензии Creative Commons Attribution-ShareAlike; в отдельных случаях могут действовать дополнительные условия.

Другой контент может иметь иную лицензию. Перед использованием материалов сайта WikiSort.org внимательно изучите правила лицензирования конкретных элементов наполнения сайта.

2019-2024
WikiSort.org - проект по пересортировке и дополнению контента Википедии