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Radell „Ray“ Faraday Nelson (geboren am 3. Oktober 1931 in Schenectady, New York) ist ein amerikanischer Science-Fiction-Autor und Cartoonist.


Leben


Roboter mit Roboterhund von der Weltausstellung 1939
Roboter mit Roboterhund von der Weltausstellung 1939

Nelsons Eltern sind der Elektronikingenieur Walter Huges Nelson die Lehrerin Marie Nelson, geborene Reed. Als prägendes Erlebnis schildert Nelson den Eindruck einer futuristischen Zukunftswelt auf der Weltausstellung von 1939 in New York. Er begann schon in jungen Jahren zu arbeiten, zunächst ab 1947 für Inland Lakes Flying Service in Cadillac, Michigan, dann ab 1950 für die Hudson Motor Company in Detroit und ab 1951 als Schildermaler in Chicago. 1954 studierte er Kunstgeschichte am Chicago Art Institute und arbeitete außerdem als Drucker bei der Northside Poster Company in Chicago und 1955/1956 als Gebrauchsgrafiker bei der Artcraft Poster Company in Oakland, Kalifornien. 1957 ging er nach Frankreich, studierte französisch an der Alliance française und 1958 Kunst an der Sorbonne. 1959 machte er Übersetzungen für Jean Linard, einen in Vesoul lebenden Zeichner und Herausgeber von SF-Fanzines.[1] In dieser Zeit verdienten Nelson und Michael Moorcock Geld mit dem Schmuggel von in Großbritannien verbotenen Büchern von Henry Miller, wofür Nelson ausgewiesen und Moorcock verhaftet wurde.

In Frankreich hatte Nelson die Norwegerin Kirsten Enge († 2011) kennen gelernt und 1957 geheiratet. 1958 kam sein einziger Sohn zur Welt. Es war Nelsons dritte Ehe, zuvor war er mit Perdita Lilly verheiratet (1951–1955), die Gegenstand von Nelsons erster Buchveröffentlichung war, dem Lyrikband Perdita: Songs of Love, Sex, and Self Pity. In zweiter Ehe war er mit Lisa Mullikin verheiratet (1955–1957).

1960 kehrte Nelson mit seiner jungen Familie in die USA zurück, machte im gleichen Jahr an der University of Chicago den Bachelor und im folgenden Jahr eine Ausbildung als Computerprogrammierer. 1963 erschien seine erste Science-Fiction-Erzählung Turn Off the Sky (deutsch als Schalt den Himmel ab) im Magazine of Fantasy and Science Fiction. Seiner eigenen Einschätzung nach das Beste, was er je schrieb. Seitdem habe er versucht, Gleichartiges zu schreiben: „Es ist hart, an der Spitze zu beginnen und sich dann nach unten zu arbeiten.“[2] Harlan Ellison sprach von der „ersten Erzählung der New Wave“, zugleich war sie so kontrovers, dass eine Hugo-Nominierung zurückgezogen wurde.

Im gleichen Jahr wie Turn Off the Sky erschien auch die Kurzgeschichte Eight O'Clock in the Morning (deutsch als Punkt acht Uhr morgens), die zur Vorlage von John Carpenters Film Sie leben (1988) wurde. 1967 erschien Nelsons erster Roman, The Ganymede Takeover, den er in Kollaboration mit Philip K. Dick schrieb, worin wurmartige Invasoren vom Ganymed die Erde übernehmen. Der Roman wurde als unbehagliche Mischung aus Dicks obsessivem Interesse am ambivalenten Wesen der Wirklichkeit und einem Space-Opera-Plot beschrieben.[3]

Nelsons zweiter SF-Roman Blake’s Progress (1975) erzählt im Rahmen einer alternativen Geschichte, in welcher sich der Dichter und Maler William Blake zusammen mit seiner talentierteren (und sympathischeren) Frau Kate auf Zeitreise begibt. Zu nennen ist weiterhin The Prometheus Man von 1982, der eine dystopische Zukunftsgesellschaft beschreibt, in der nur noch wenige Menschen Arbeit haben und eine große Mehrheit der „Unbeschäftigten“ in Lagern eingepfercht und verwaltet wird, was zu Unruhen führt.

Für den Verlag Greenleaf schrieb Nelson Anfang der 1970er auch eine Reihe von pornographischen Romanen unter dem Pseudonym R. N. Elson.

Propeller-Beanie
Propeller-Beanie

Abgesehen von seinen schriftstellerischen Verdiensten gründet Nelson seinen Anspruch auf Unsterblichkeit auf die Erfindung des Propeller-Beanies, der mit einem Propeller dekorierten Schirmkappe, emblematisches Attribut des jugendlichen SF-Fans.[4] Nelson meint:

„Jahrhunderte nachdem all meine Schriften vergessen sind, wird irgendwo in der Galaxis noch immer ein Propeller-Beanie rotieren.“[5]

Die Erfindung soll gemacht worden sein, als Nelson in der 10. Klasse war. Anfang der 1980er gründete Nelson zusammen mit dem Künstler Dave Rike die Second International Beanie Brigade, eine eher virtuelle Gruppe von Propellermützenträgern.[6]

In den Jahren nach 1967 wirkte Nelson in verschiedenen Institutionen als Dozent und Lehrer, zunächst in der Berkeley Free University (1967/1968), dann als Gründer des Microcosm Fiction Workshop und ab 1968 als Lehrkraft an der Adams Junior High School in El Cerrito.

Von 1977 bis 1978 war Nelson Präsident des California Writers Club und erhielt 1983 den von diesem verliehenen Jack London Award.[7] 2003 erhielt er den Rotsler Memorial Fanzine Artist Award für seine künstlerischen Beiträge zum SF-Fandom, 2007 den Emperor Norton Award und 2014 den Fan Activity Achievement Award für sein Lebenswerk als SF-Fan.


Bibliografie


Romane
Lyrik
Kurzgeschichten

Literatur





Einzelnachweise


  1. Jean Linard, BnF-Eintrag
  2. It is the best thing I ever wrote. I've spent the rest of my life since then trying, without success, to write a better one. It's rough to start at the top, and work down. Zitiert nach: Robert Reginald: Science Fiction and Fantasy Literature. Gale, Detroit 1979, ISBN 0-8103-1051-1, S. 1014.
  3. Stephen H. Goldman: Nelson, Ray. In: James Gunn: The New Encyclopedia of Science Fiction. Viking, New York u. a. 1988, ISBN 0-670-81041-X, S. 328.
  4. Propeller Beanie in der Fancyclopedia 3.
  5. Centuries after all my writings have been forgotten, in some far corner of the galaxy, a beaniecopter will still be spinning. Zitiert nach der Kurzbiographie auf Nelsons Webseite, abgerufen am 10. Juni 2018.
  6. Second International Beanie Brigade in der Fancyclopedia 3.
  7. http://calwriters.org/awards/
Personendaten
NAME Nelson, Ray
ALTERNATIVNAMEN Nelson, Radell Faraday (wirklicher Name); Lord, Jeffrey (Pseudonym); Nelson, Ray Faraday (Alternativschreibung); Nelson, R. Faraday (Alternativschreibung); Nelson, R. F. (Alternativschreibung); Elson, R. N. (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG amerikanischer Science-Fiction-Autor und Cartoonist
GEBURTSDATUM 3. Oktober 1931
GEBURTSORT Schenectady, New York

На других языках


- [de] Ray Nelson

[en] Ray Nelson (author)

Radell Faraday "Ray" Nelson (born October 3, 1931) is an American science fiction author and cartoonist most famous for his 1963 short story "Eight O'Clock in the Morning", which was later used by John Carpenter as the basis for his 1988 film They Live.



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